Roald-Aktuell


Reisebericht "Roald Amundsen"
Reise Nr. Törn Reisedauer
von - bis
0233
Sylvestertörn in's Neue Jahr 2003
Sa 28.12.2002 - Sa. 04.01.2003

Das Fahrtgebiet
Das Fahrtgebiet

Samstag, 28.12.2002

Hallo, hier ist wieder Roald Aktuell mit neuesten Nachrichten von Bord:

Heute morgen ist der Himmel über Sta. Cruz bedeckt und es nieselt hin und wieder. Der Tag beginnt ruhig. Wir verabschieden uns wieder von ein paar Trainees. Zwei von ihnen, Hartmut und Martin, hat es so gut gefallen, dass sie einen Antrag auf Mitgliedschaft im Verein gestellt haben.
Um 9.00 Uhr ist Crewbesprechung und da wir heute Abend mit 44 Leuten gut belegt sein werden, ziehen einige von uns aus dem Kammern aus und ins Messelogis ein. Es werden Freiwillige für die Hängematten gesucht und Steuermann Olaf erklärt sich mit den Worten bereit:"Wenn alle Stricke reissen, nehme ich auch eine Hängematte." Das ist nett von dir, Olaf, aber keine wirklich gute Ausgangsposition für das Schlafen in einer Hängematte.
Jens-Peter und Karin bessern weiter Segel aus. Wenn man den besonders ruhigen Händen von J-P zuschaut, hat das eine fast meditative Wirkung.
pyro Außerdem werden die Kammern geschrubbt und die letzten Malerarbeiten sind im Gange. Am Vormittag wärmt die Sonne wieder das Deck. Wir liegen momentan an der Kaimauer, an der das große Feuerwerk für Silvester vorbereitet wird und die Arbeiten lassen ein gewaltiges Feuerwerk vermuten. Trainee Michael nutzt seine freie Zeit, um den Belegplan zu lernen und die Funktion jedes einzelnen Tampen zu identifizieren.
Gegen 19.00 Uhr sind alle Neuankömmlinge an Bord und werden gut untergebracht.

Sonntag, 29.12.2002

Der Trainee, der gestern aus seiner Kammer ins Messelogis umgezogen ist und zum 1. Mal die Nacht in einer Hängematte verbracht hat, fragt sich, nach wievielen Nächten er wohl schmerzfrei schlafen kann und wird beim heimlichen Schielen nach der noch freien Backskiste ertappt.
Nach dem gemeinsamen Frühstück begrüsst Kapitän Hans alle neu Angekommenen an Deck. Die Topsgasten weisen ihre Wachen ausführlich in die Does und Dont's des Schiffsbetriebs ein. Marco hat seine spezielle Regelung für die Backschaft: Ich bin der, der denkt!
Der Ansturm auf die Sicherheitsgurte ist dann auch so groß, dass Steuermann Klaus-Werner für die Sicherheit der Trainees sein wohl verdientes Frühstück opfert und dafür sorgt, dass jeder einen Gurt bekommt.
Wind Bald können wir auslaufen. Die Sonne scheint warm, aber wo bleibt wieder der Wind??? Wir wollten doch unter Segeln den Hafen verlassen. Es werden hiermit dringend alle Roaldfans gebeten, uns Wind zu schicken!
Unser heutiges Ziel ist Puerto Mogan, genannt Klein-Venedig der Kanaren. Diese Reise fährt Manfred Schlenz in seiner Funktion als Steuermann und bringt das Schiff sicher unter Aufsicht von Kapitän Hans aus dem Hafen. Ob wir Puerto Mogan unter Segeln erreichen oder ob Erna die ganze Arbeit allein machen muss, erfahrt ihr Morgen. Jetzt ist erst einmal Mittag.
Geburtstag Heute Nachmittag wird dann auch wieder im großen Becken gebadet.
Unter den neuen Trainees ist übrigens ein Geburtstagskind: Doris wird heute 33. Wie auf Bestellung erscheint ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk: Der größte bisher gesichtete Delfin erweist ihr seine Referenz und legt sich auf den Rücken, um ihr auf seine Weise zum Geburtstag zu gratulieren. Er winkt ihr mit der Schwanzflosse zu.

Herzliche, und nochmals mit der Bitte um Wind versehene Grüsse von Bord
Martina, Crew und Trainees.

Von mir, Manfred G., sagen viele: "Ich könne Wind machen"!
Aber wenn die das so sagen, habe ich immer den Verdacht, "das meinen die ganz anders"!



Hallo, hier meldet sich wieder Roald Aktuell,

der Badenachmittag wird von den Freiwachen ausgiebig genutzt. Die neuen Trainees legen sich den Klettergurt an und entern zum ersten Mal unter der sicheren Anleitung von Rainer ins Rigg auf und der eine oder andere wagt sich auch schon auf eine Rah.
Torte Für unser Geburtstagskind Doris war Marco heute Morgen extra eine halbe Stunde früher, um 03.30 Uhr, aufgestanden und hat drei wunderbare große Eistorten gemacht. Sie werden jetzt nach dem Baden bis auf das letzte Stück von uns verputzt. Danach gibt es eine Einweisung für den Brandschutztrupp an Deck. Die Anzüge werden anprobiert und die Atemluftflaschen überprüft.
Unser Kapitän hat übrigens eine neue Leidenschaft entdeckt. Er angelt. Zusammen mit Hartmut, der ja immerhin schon zwei Makrelen gefangen hat, aber wir sind dennoch froh, dass Marco's Kühltruhe gut gefüllt ist.
Eure Bemühungen, uns Wind zu schicken, waren bisher erfolglos und so sind die Maschinisten Ralf und Ecki für uns im Einsatz. Wir fahren diese Nacht mit langsamer Fahrt durch und für die Nachtwachen bleibt die Nacht ruhig. Zum Wachwechsel um 0.00 Uhr erreichen wir den 16. Längengrad West, was den Trainees, die zum ersten Mal an Bord sind, mit den Worten erklärt wird: "Das ist der weiße Strich da vorne." :-)

Montag, 30.12.2002

Um 7.30 Uhr liegen wir vor Puerto Mogan auf Gran Canaria. Wir können nicht in den Hafen einlaufen, da das Wasser dort zu flach ist und so richten wir einen Shuttle Service mit dem Dinghi ein. Steuermann Manfred bringt uns an Land und sammelt uns auch hoffentlich alle wieder bis 21.30 Uhr ein. Ich werde heute Nachmittag an Land gehen und morgen etwas über Puerto Mogan schreiben. Um 22.00 Uhr wollen wir Gran Canaria wieder verlassen und zurück nach Sta. Cruz de Teneriffe, denn am 31.12. müssen wir pünktlich um 14.00 Uhr vor der Hafeneinfahrt von Sta. Cruz liegen.
Jens-Peter Wir wollen schließlich den besten Platz und die beste Sicht auf das Silvesterfeuerwerk erwischen. Aber bis dahin ist noch etwas Zeit, die der Käpt'n mit Angeln verbringt. Bootsmann J-P schält zur Sicherheit einen Berg Kartoffeln, aus denen sich schnell Bratkartoffeln machen lassen.

Sonnige Grüße von der Roald
Eure rasende Reporterin Martina
Martina, Crew und Trainees



Puerto Mogan ist die reinste Filmkulisse. Kleine zweistöckige weiße Häuser, farblich in gelb, grün und rot abgesetzt und mit satten tropischen Blüten in allen Farben überwuchert. Palmen wohin man sieht und der Yachthafen ist auch gut bestückt. Überall gibt es urige Fischrestaurants, aus denen es unglaublich gut nach Fisch und nach Knoblauch duftet.
Der Shuttle Service funktioniert gut und viele verbringen den ganzen Tag an Land. Fast jeder, der nach Sonnenuntergang einmal mit der Taschenlampe vorne im Dinghi gesessen hat und von See in den stillen, dunklen Yachthafen getuckert ist, kam sich vor wie ein Pirat, der heimlich in eine Festung fährt. Der Rückweg zum Schiff ist ähnlich. Wir biegen um die Mole und vor uns liegt die schwarze, nur durch die Ankerlaterne beleuchtete, Piraten-Roald. Gespenstisch. Wie im Film.
Um 21.30 Uhr holen wir die letzten Ausflügler ab und können um 22.00 Uhr, wie geplant, Anker auf gehen.

Ich nehme übrigens alles zurück, was ich gestern über die Angelkünste unseres Kapitäns gesagt habe. Er hat am Nachmittag einen kapitalen Hornhecht aus dem Wasser gezogen. Smut Marco hat daraus ein leckeres Abendessen für den erfolgreichen Fischer zubereitet und die, die zufällig mit ihm am Tisch saßen, durften auch probieren.

Sorry, your browser doesn't support Java(tm).
Dienstag, 31.12.2002

WIR SEGELN!!! Danke! Danke! Danke!
Die gesamte Roald-Besatzung bedankt sich bei allen Fans, die uns Wind geschickt haben. Gegen 05.00 Uhr heute Morgen haben wir uns in ein Segelschiff vewandelt und Erna darf sich ausruhen.
Die 4-8 er Wache konnte die Stagsegel, Innen-, Außenklüver und Briggsegel setzen und die Rahsegel für die 8-12 er Wache vorbereiten, damit diese Fock und die Marsen setzen konnte. Zur Zeit bewegen wir uns wieder auf Sta. Cruz de Teneriffe zu und der Kapitän telefoniert mit Teneriffa Traffico, um uns unseren Feuerwerkslogenplatz zu sichern.

Gute Nachrichten: Mit etwas Überredung haben wir gerade unseren Liegeplatz ergattert. Was für ein Tag! Wir segeln und wir haben einen super Liegeplatz mit Sicht auf das große Feuerwerk. Unser Silvesteressen wird an Deck unter dem Sonnensegel stattfinden. Es gibt das volle Grillprogramm von Würstchen bis Steak. Nach dem großen Feuerwerk um Mitternacht geht es weiter mit Tanz in den Straßen von Sta. Cruz bis zum frühen Morgen.

Wir wünschen allen zu See und zu Land einen guten Übergang und ein zufriedenes, erfolgreiches und gesundes Neues Jahr!

Roald Aktuell erscheint natürlich, wie gewohnt, auch im neuen Jahr.

Martina, Crew und Trainees



Heute, am 01.01.2003, die Nachricht von Bord:

Frohes Neues Jahr von Roald Aktuell an alle Leser.
31.12.02
Kaum waren wir um 14.00 Uhr an der Mole in Sta. Cruz fest, wurden wir von einem Paar in kanarischer Tracht mit einer Kiste Wein und einem großen Korb voller roter und weißer Weihnachtssterne begrüßt. Die Blumen sind eine willkommene Dekoration. Der Kapitän spendiert aus seiner Privatschatulle Luftballons, Luftschlangen und Wunderkerzen und nach kurzer Zeit ist aus dem Deck ein Partyzelt geworden. Das Buffet ist auch schnell aufgebaut und der Grillmeister an Land sorgt für das Fleisch. Nach der Rede des Kapitäns stoßen wir alle auf den bisherigen Törn an. Zusätzlicher Wein dafür wurde uns netterweise von Zahnarztsteuermann Dr. Hans Beter spendiert. Herzlichen Dank dafür. Nach dem Essen finden sich drei Freiwillige, die die Backschaft übernehmen. Aus dem lästigen Abspülen wird mittels stetiger Versorgung mit Rotwein durch J-P eine witzige Abspülparty. Die Zeit bis Mitternacht nutzen manche, um schon einmal einen Abstecher in die Stadt zu machen, die ein buntes Musik- und Trachtenprogramm anbietet. Ab 22.00 Uhr startet dort der Ball auf der Plaza de Espana. Ab 23.00 Uhr gibt es Wasserorgelspiele. Mittlerweile haben auch andere Großsegler an der Pier festgemacht. Die Noorderlicht, die Eendracht, die Lord Nelson und die Antigua liegen mit uns in einer Reihe an der Mole. Jens-Peter genießt die Ruhe vor dem Sturm auf seinem Plätzchen hinter dem Deckshaus.
Um 23.50 Uhr erklimmen wir mit Getränken und Wunderkerzen versehen die Mole und warten auf das Feuerwerk. Dann ist es soweit: Mitternacht, Neujahr - und es passiert - nichts. Das Feuerwerk hat Ladehemmung. Aber was dann nach ein paar Sekunden losgeht ist schon toll. Zwanzig Minuten lang jagen bunte Raketen und feurige Sterne in die Dunkelheit, einer größer als der andere. Bunte Blumensträuße entstehen und Feuerfontänen schießen hoch. Dreidimensionale Lichtkunstwerke und Spiralen drehen sich am Himmel. Besonders witzig und für alle zum Lachen sind die Raketen, die als Sterne explodieren und dann zu bunten Luftschlangen werden, die erst in der Luft stehen bleiben und dann ganz langsam zur Erde sinken. Mit einem langen Sternenhagel endet das Feuerwerk und wir stoßen auf das neue Jahr an und brennen unsere Wunderkerzen ab.

Mittwoch, 01.01.2003

Auf der Mole ist es kühl geworden. Bis auf die Hafenwache und zwei, drei anderen gehen die meisten von uns zum Tanzen und Feiern zur Plaza de Espana. Zwei finden sich noch bereit und in der Lage, Gläser zu spülen und der Backschaft, die in drei Stunden wieder antreten muss, eine liebe Nachricht in der Kombüse zu hinterlassen mit dem Wunsch, dass der Arbeitsantritt so früh am 01.01. nicht so schmerzvoll sein möge. Für alle anderen geht der verkürzte Tiefschlaf um 8.00 Uhr zu Ende. Ich werde von Peter, der mich sanft weckt, gerade noch davor bewahrt, samt Matratze aus der Hängematte zu rutschen.
Um 10.00 Uhr ist All Hands und jede Wache bekommt ihre Aufgabe zugeteilt. Das Sonnensegel wird eingholt, die Gangway verstaut und die Vor- und Achterleinen losgemacht.
Um 11.00 Uhr hat der Atlantik uns wieder. Wir nehmen Fahrt auf und Schweinswale begleiten uns ein Stück, die neugierig aus dem Wasser springen. Die 8-12 er Wache setzt das Groß- und Vorstengestagsegel, den Innen- und Außenklüver. Hartmut wirft achtern seine Angel aus und der Kapitän sinniert über das Empfinden der Fische beim Gefangenwerden. Er überlegt, dass man je nach Karma vielleicht als Fisch wieder auf die Welt kommt. Allerdings stört ihn die Aussicht, dann bei Hartmut an der Angel landen zu können. Und so beginnt das neue Jahr für uns auf der Roald mit gemeinsamer Arbeit, müden, aber zufriedenen Gesichtern, ein wenig Philosophie, Sonne, Wind und Obstsaft von Jens-Peter, um den einen oder anderen Kater von Bord zu vertreiben.
Wir bewegen uns jetzt unter Motor und Segel Richtung Pt. de Abona, wo wir gegen 17.00 Uhr vor Anker gehen wollen, damit sich alle von der Silvesternacht ausruhen und den verlorenen Schlaf nachholen können. Ein Bad im Atlantik wird auch sicher den letzten schweren Kopf wieder klar kriegen. Am 02.01. planen wir, mit dem Wind noch einen schönen langen Seetörn zu machen, der am Freitag Nachmittag leider in Sta. Cruz de Tenerife zu Ende gehen wird.

Eure heute etwas verlangsamte und geschwächte Martina,
Crew und Trainees grüßen euch alle.


Hallo, hier Roald Aktuell,

am Abend des 01.01.03 gehen wir vor Pt. de Abona vor Anker und richten für die Landgänger wieder das Dinghi Shuttle ein. Nach Sonnenuntergang und Abendessen schnappt sich Doris die Gitarre und es finden sich schnell Mitsänger und Publikum. Sie sitzen in der Dunkelheit an Deck und fangen an, zur Gitarre zu singen. Die Roald schaukelt leicht auf den Wellen und schöne Stimmen singen Seemannslieder. Was gibt es Schöneres, als dabei in der Hängematte einzuschlafen?

Donnerstag, 02.01.2003

Roald Aktuell verspätet sich heute etwas, denn ich habe Backschaft. Die Arbeit in der Kombüse unter Küchenchef Marco ist Schweiß treibend und Brillen beschlagend. Jens-Peter kommt rechtzeitig vorbei, bevor der Kuchen ins Rohr geschoben wird, um vom Kuchenteig zu naschen.
Um 8.30 Uhr gehen wir ohne Maschine Anker auf. Der Himmel ist strahlend blau und die Freiwachen lümmeln in der Sonne oder lesen. Wir alle genießen die Ruhe. Die Wachen setzen zum ersten Mal auf dieser Reise alle Segel. Martin kommt von der Royal herunter und fragt unseren Bootsmann J-P, wann er sich denn zuletzt die Royal angesehen hat. Jens-Peter antwortet trocken: "Wieso, nisten schon Vögel drin?" Maschinisten-Assistent Ecki macht eine Führung durch den Maschinenraum und gleich steht eine Fotosession an. Gerade setzen wir das Dinghi aus, damit unsere Trainees dieses fantastische Wetter ausnützen können, um tolle Fotos von der Roald zu machen. Danach eröffnen wir die Badesaison und anschließend gibt es Apfel-Zimt- und Birnen-Ingwerkuchen mit Schlagsahne.

Viele sonnige Grüße von hier.
Martina und alle anderen.


Hallo, hier meldet sich wieder die Roald,

die Roald hat für den Catwalk Vollzeug gesetzt und die Fotosession ist ein voller Erfolg. Danach werden die Rahen kreuz gebrasst, Birgit fungiert als Wachposten auf dem Deckshaus und Olaf fährt mit dem Dinghi Kontrollrunden, damit keiner unserer Badegäste verlustig geht, denn die Roald macht noch ein wenig Fahrt. Schließlich machen wir hier Sailtraining und kein Survivalcamp. Allerdings gibt es unter unseren Schwimmern ein paar ganz Harte, die dann auch ihren eigenen, sehr elitären Club, gegründet haben: Den KKC! Nur wer mit einem Köpper von der Klüvernock springt erweist sich der Ehre würdig. Nach dem Meerbad folgt das kollektive Sonnenbad mit Kaffee und Kuchen.

Die 4-8 er Wache hat noch bis über ihre Wachzeit hinaus viel mit den Segeln zu tun, um alle zu bergen. Auch die Backschaft gibt hemmungslos wieder alles. Wie jede Backschaft an jedem Tag. Doch es gibt in der Kombüse bei fetziger Musik auch jede Menge zu lachen. So zum Beispiel, wenn man wieder einmal mit einem unerwarteten Begriff konfrontiert wird: Küchenchef Marco bittet uns, doch den Eimer mit dem Soßenrest ins
"blaue Regal"
zu stellen. Na, verstanden? Macht nichts, wir haben auch länger gebraucht.

Freitag, 03.01.2003

In der Nacht übernimmt Erna wieder unsere Fortbewegung. Wir motoren nach Sta. Cruz zurück und um 15.00 Uhr wollen wir dort leider schon wieder festmachen. Dass der Törn morgen zu Ende geht, kündigt sich auch dadurch an, dass schon erste organisatorische Dinge erledigt werden. Morgen fahren die Trainees und die meisten der Stammcrew entweder nach Hause oder noch in ein nicht schwankendes Feriendomizil. Anschließend geht die Roald in die Werft und wird unter Jens-Peter's strengem Blick wieder auf Vordermann gebracht.

Liebe und schon leicht vom Abschiedsschmerz ergriffene Grüsse
Martina, Crew und Trainees


Hier meldet sich noch einmal Roald Aktuell am letzten Tag des Silvestertörns.

03.01. Wir sind wieder genau auf die Minute da, wo wir sein wollen. Um 15.00 Uhr im Hafen von Sta. Cruz. Die Segel werden gut verpackt, das Sonnensegel wird übers Deck gespannt und die Kombüse qualmt aus allen Löchern. Heute ist Captain's Dinner. Marco und seine Backschaft laufen auf Hochtouren. Es gibt in Knoblauch marinierte Hähnchenschenkel kanarischer Art, Salate und Rotwein, Rotwein, Rotwein und zum Nachtisch Tiramisu. Kapitän Hans hält eine kleine Abschiedsrede und bedankt sich bei allen für die Mitarbeit am gelungenen Törn. Dann geht es ans Essen. Bis weit in die Nacht dauert die Feier und Doris findet sich morgens früh in ihrem Schlafsack an Deck auf der Backskiste wieder.

Samstag, 04.01.2003

Der Morgen beginnt schleppend, aber die ersten gepackten Reisetaschen und Seesäcke müssen an Deck gebracht werden, denn die Flugzeuge warten nicht. Klaus-Werner sieht zu, dass er seine Klettergurte alle wiederbekommt und verteilt gleichzeitig die Seemeilenbestätigungen.
Einer nach dem anderen verabschiedet sich und verlässt die Roald über eine mit Weihnachtssternen gesäumte Gangway. Die Weihnachtssterne hatten wir ja zu Silvester von der Stadt Sta. Cruz geschenkt bekommen und seitdem sind sie an Bord. Bootsmann Jens-Peter, in seiner Funktion als Präsident des Laubenpiepervereins, wollte ihnen zuerst eine würdige Seebestattung zukommen lassen, entschied sich aber doch dafür, sie für den letzten Tag aufzubewahren, damit der Gangway noch ein stilvolles Aussehen verliehen werden konnte.

Für mich war es wieder einmal faszinierend zu erleben, wie gut man mit so vielen fremden Menschen auf so wenig Raum so gut auskommen kann. Jeder hat einen anderen Hintergrund, andere Interessen, aber hier auf der Roald verbindet sie alle das Erlebnis, auf einem rahgetakelten Großsegler mitsegeln zu können und in seine Geheimnisse eingeweiht zu werden. Und jeder hat Fähigkeiten und Talente, die er an Bord mit einbringen kann, sei es ein tolles Kuchenrezept, eine schöne Stimme zum Singen, einen Beruf als Feuerwehrmann oder Arzt oder einen trockenen Humor, der alle zum Lachen bringt.

Danke an Kapitän Hans für die sichere Schiffsführung, an die Steuerleute Manfred, Klaus und Olaf dafür, dass sie uns überall dahin gebracht haben, wo wir auch hin wollten, an die Maschinisten Ralf und Ecki dafür, dass sie sich sehr um Erna gekümmert haben, an Marco dafür, dass wir alle zugenommen haben, an Bootsmann Jens-Peter und Bootsfrau Katja für ihre Liebe zur Roald, die sie unermüdlich pflegen, an die Toppsgasten dafür, dass sie uns viel beigebracht und in den Wanten und Rahen auf uns aufgepasst haben und an alle vom Stamm und den Trainees, mit denen wir viel Spaß hatten.
Martina

Ich steig jetzt in den Flieger ein und fahre heim.
Martina



Ihr haben wir diese schönen Berichte vom Weihnachts.- und Sylvestertörn zu verdanken.

Unser Dank ist Ihr gewiss, die Redaktion von "Roald Aktuell"
Manfred und Gerd

Im Gästebuch gelesen:


Name: Rainer
Email: rainer.stimpfl@aon.at
Datum: Montag, 30 Dezember, 2002 um 13:31:01
Kommentar:
Hallo ihr lieben Leute von der Roald! Täglich verfolge ich Eure tollen Berichte und bin etwas traurig darüber, daß ich nicht mehr an Bord bin! So wünsche ich Euch einen guten Rutsch ins neue Jahr und natürchlich auch einen tollen Segelwind sowie einen wunderschönen Törn. Ganz besondere Grüße an die 8-12 Wache und Jens-Peter
Rainer aus Österreich


Name: Frank Lindenlaub
Email: frank.lindenlaub@gmx.de
Datum: Donnerstag, 2 Januar, 2003 um 17:30:32
Kommentar:
Hallo Seglers, so schön sind die Beschreibungen vom Silvestertörn! Bei dem Abschnitt über Mogan und den Dingi-Shuttle, was ich Anfang Dezember selber noch erleben durfte, treibt mir eine Träne ins Auge. Und die Freude über ein gesetztes Briggsegel kann ich nur zu gut nachempfinden. Ein gutes neues Jahr wünsche ich Euch und uns Roaldies. Auf Bald! Gruß Frank


Name: michael vorauer
Email: m.vorauer@wirtschaftsblatt.at
Datum: Montag, 13 Januar, 2003 um 11:11:00
Kommentar:
grüss euch roaldies, hola an die crew vom silvster-törn bin gerade schweren herzens aus teneriffa zurück nach wien (schnee-chaos, minus sechs grad, bäh) gekommen. hab gleich in den aktuellen törn-plan geschaut und festgestellt: da ist ja fast alles ausgebucht (ihr säcke). schätze ich werde trotzdem mal wieder eine koje auf der roald ergattern. inzwischen wünsch ich euch allen alles liebe, viel wind und immer eine hand breit unterm kiel. herzliche grüsse an stamm und trainees vom silvester-törn. der törn war super, ihr seid alle bussi-(see)bären! auf ein wiedersehen michael




zum Archiv: "ROALD AKTUELL" zum Bericht: "ROALD AKTUELL"


Realisation, Teamwork:
Manfred Gatti ( gatti@roald-amundsen.de ) . . / . . Gerhard Klammer ( klammer@roald-amundsen.de )